Yellowstone National Park 11. bis 14. Sep 2007

11.09.07

Auf dem Highway 84 ging es heute früh in Richtung Pocatello und weiter nach Idaho Falls. Auf der Landstraße 20 ging es nun stetig bergan bis zu dem 2.140 m hohen Targhee Pass. Wenige Meilen danach erreichten wir West Yellowstone, den Eingang zum Yellowstone National Park.

 

 

Der 1872 gegründete Park ist der älteste National Park der Welt und zählt zudem auch zu den größten der Vereinigten Staaten. Seinen Namen trägt der Park wegen der gelben Felsen im Grand Canyon of the Yellowstone, einer Schlucht im Park. Der Park ist vor allem für seine geothermischen Quellen, wie Geysire und Schlammtöpfe, sowie für seine Wildtiere, wie Bisons, Grizzlybären und Wölfe bekannt.


Der Yellowstone-Nationalpark liegt zu weiten Teilen in der vor rund 640.000 Jahren entstandenen Caldera des Yellowstone-Vulkans. Ursache für die vulkanogenen Aktivitäten ist die Magmakammer des Vulkans, welche das von Bergen herabfließende und im porösen Lavagestein versickernde Wasser erwärmt. In heißen Quellen, Geysiren oder blubbernden "mud pots" (Schlammlöcher)  tritt es wieder an die Erdoberfläche.

 

Da wir bereits gegen Mittag ankamen, war klar den restlichen Tag noch im Park zu verbringen. Im Visitor Centre am westlichen Eingang versorgten wir uns zunächst mit ausreichend Info-Material. Außerdem kauften wir dort den National-Park-Pass "America The Beautiful - The National Parks And Federal Recreational Lands Pass", früher auch als Golden Eagle Pass bekannt. Für Amerika-Reisende die mind. 4 National Parks besuchen wollen, ist der Pass eine lohneswerte Anschaffung. Nicht nur in  Parks, sondern auch in sog. Recreational Areas hat man damit freien Eintritt.


Über den West Entrance erreichten wir das Norris Geyser Basin, dem heißesten Geysir-Becken des Yellowstone-Nationalparks. Es befindet sich am nordwestlichen Rand der Caldera des Yellowstone-Vulkans.

Vom Museum führte uns ein Trail (2,4km) durch das Back Basin vorbei an zahlreichen Geysiren, blubbernden Schlammlöchern und sogenannten steam vents.

 

Das Norris Basin beheimatet mit dem Steamboat-Geysir den größten aktiven Geysir der Welt. Leider wurden wir nicht Zeuge eines Ausbruchs. Es kann Tage, Wochen oder auch Jahre dauern bis er sich mal rührt...

 

 

So langsam neigt sich ein beindruckender Tag dem Ende zu. Noch immer können wir das super Wetter gar nicht fassen. Hatte man uns doch zu Hause Winterjacke und Mütze empfohlen, war heute T-Shirt Wetter angesagt. Auch für morgen war die Vorhersage vielversprechend....

12.09.2007

Für heute stand die Nordschleife auf dem Programm: vorbei am Norris Geysir Basin nach Mammoth Hot Springs und dem Grand Canyon of the Yellowstone.

Nach ca. 80 Kilometer erreichten wir die kleine Siedlung Mammoth Hot Springs. Ihren Namen verdankt sie den nahegelegenen Kalkterrassen und heißen Quellen. Das heiße Quellwasser enthält überdurchschnittlich hohe Kalk- und Mineralienanteile, die am Quellaustritt ausfallen und sich in Form von Terrassen ablagern. In den entstehenden flachen Becken siedeln sich Bakterien und Algen an, die sich bei unterschiedlichen Temperaturen in bunten Farben präsentieren.

 

 

 

 

 

 

Unsere Rundfahrt durch den nördlichen Teil des Parks führte uns weiter zum Tower Fall. Das Wasser des Tower Creek stürzt hier fast 40 Meter in die Tiefe. Der Aussichtspunkt ist in kurzer Entfernung vom Parkplatz zu erreichen. Wer möchte kann auch einen Trail zum Fuße des Wasserfalls gehen. Leider war dieser zur Zeit gesperrt. So blieb uns nur der Blick aus der Ferne.

 

 

 

Weitere 30 Kilometer später erreichten wir mit dem Grand Canyon of the Yellowstone eines der Highlights des National Parks. Die Schlucht durch die sich der Yellowstone River windet hat eine Tiefe von bis zu 400 Metern. Es gibt im ganzen drei große Wasserfälle im Canyon: die Upper und Lower Falls sowie dazwischen die weniger bekannten Crystal Falls. Die Upper Falls haben eine Höhe von 33,2 m. Die Lower Falls sind mit 94 m beinahe doppelt so hoch wie die Niagarafälle.

 

 

 

 

 

 

Vom "Canyon Village" führt ein Strasse zu den schönsten Aussichtspunkten des Canyons.

Den ersten Blick in die Tiefe des Canyon kann man vom Inspiration Point aus genießen. In der Ferne sieht man bereits den Lower Fall.

Weitere großartige Aussichten boten uns der Grandview und Lookout Point. Um die Wasserfälle aus der Nähe zu betrachten, wanderten wir zum Red Rock Point und dem Brink of Lower Falls. Jede Sekunde stürzen hier 140.000 Liter Wasser 94 Meter in die Tiefe. Ein beeindruckendens Erlebnis.

 

 

Nach dem etwas mühsamen Auftieg ging es mit dem Auto weiter zum Upper Fall.

 

Man sollte sich unbedingt noch Zeit nehmen, um das Visitor Center am Canyon Village zu besuchen. Hier wird einem sehr anschaulich in Filmen, Schautafeln und Animationen die Entstehung und gegenwärtige Geographie gezeigt.

Über Norris und Madison ging es wieder zurück nach West Yellowstone. Immer wieder trafen wir auf Tiere am Wegesrand.

13.09.2007

Heute ging es auf die Südschleife Richtung Old Faithful, wo wir in der Snow Lodge eine Übernachtung gebucht hatten. Nach einem kurzen Stop am Fountain Paint Pot (spuckt gelegentlich roten heißen Schlamm) fuhren wir weiter zum Midway Geysir Basin. Ein Plankenweg führt am Riesenkrater des Excelsior Geysir vorbei. Im Jahre 1888 gab es einen gewaltigen Ausbruch mit Fontänen bis zu 100 Metern. Der Ausbruch hinterließ einen riesigen Pool mit siedend heißem Wasser zurück. Der Excelsior Geysir ist immer noch aktiv, doch weitere Ausbrüche lassen sich nicht vorhersagen.

 

 

Der Sapphire Pool im Biscuit Basin zählt mit seiner tiefblauen Färbung sicherlich zu den schönsten Pools im National Park. Das kochendheiße Wasser und die kalte Umgebungstemperatur an diesem Morgen ließen ihn häufig im Nebel verschwinden.

 

Auch am Black Sand Basin sollte man unbedingt anhalten und sich insbesondere den Emerald Pool anschauen. Die Färbung von Tiefblau bis hin zu Gelb stammt von Algen und Bakterien, die je nach Wassertemperatur anders zusammengesetzt sind.

 

Und weiter ging es zum Old Faithful Geysir...


Der erste Weg fürhte uns zum Visitor Center, um uns über die Ausbruchszeit des Old Faithful Geysir zu erkundigen. Der Geysir bricht in einer Regelmäßigkeit von 60 bis 90 Minuten aus. Diese Tatsache macht ihn eigentlich zu dem berühmtesten Geysir überhaupt. Da es nur noch eine halbe Stunde bis zu diesem Spektakel dauerte, suchten wir uns ein Plätzchen auf der "Tribüne".

 

Vom Old Faithful folgten wir dem Trail zum Morning Glory Pool. Auf Holplanken ging es vorbei an zahlreichen Geysiren, Pools und Mudpots. Für die rund 4,5 Kilometer benötigten wir mit zahlreichen Fotopausen etwa 3 Stunden.

Sehr beindruckt hat uns der Ausbruch des Grand Geysirs. Mit viel Geduld oder in unserem Fall etwas Glück konnten wir erleben wie der Grand Geysir Wasserfontänen bis zu 60 Meter hoch in die Luft schoss.


Ebenso beindruckend war der Morning Glory Pool am Ende des Trails. Wie der Name schon verriet sollte man hier am Morgen sein, um mit der Sonne im Rücken ein tolles Farberlebnis betrachten zu können. Leider hat der Pool durch Vandalismus an Farbintensität verloren. Durch Hineinwerfen von Münzen oder anderen Gegenständen verstopft der Pool und kühlt aus. Gemütlich marschierten wir wieder zurück zum Old Faithful.


Wir bezogen unser Quartier, eine Western Cabin der Snow Lodge. Am Abend besichtigten wir noch das Hotel Old Faithful Inn mit seiner einzigartigen Architektur.


14.09.2007

Unser heutiges Ziel ist Jackson im Teton County, Wyoming. Doch für heute galt wohl eher das Motto "der Weg ist das Ziel". Neben dem West Thumb Geysir Basin des Yellowstone Parks stand noch ein weiterer Nationalpark auf dem Programm: Grand Teton National Park.

Doch bleiben wir zunächst im Yellowstone NP: Weiter auf der Südschleife ging es zum West Thumb Geysir Basin, dem größten Geysir-Becken am Ufer des yellowstone Lakes. Das Becken wurde durch einen Ausbruch des Yellowstone-Vulkans vor etwa 125.000-200.000 Jahren geformt. Später füllte sich die entstandene Caldera mit Wasser und dehnte so den Yellowstone Lake aus. Neben zahlreichen hydrothermalen Quellen am Seeufer, befinden sich auch einige unter dem See. Besonders im Winter bei zugefrorenem See, lassen sich diese als Löcher in der Eisdecke erkennen.

 

 

Nach den Erlebnissen der vorangegangenen Tage war das West Thumb Geysir Becken nicht ganz so spektakulär. Dennoch bietet der Yellowstone Lake eine faszinierende Kulisse die man nicht verpassen sollte.

Wir verließen den Yellowstone Park durch den Südeingang. Direkt im Süden schließt sich der Grand Teton National Park an.

 

Hier geht es im Grand Teton National Park weiter...