Moab 16. bis 19. Sep 2007

16.09.07

Der Highway I-15 führte uns zunächst weiter durch Salt Lake City in südlicher Richtung. Am Exit 258 verließen wir den Highway, um auf der Landstraße 6 EAST weiter zu fahren. Die Straße führte uns durch die westlichen Berge der Rocky Mountains über Price nach Green River. Dort mündete die Straße in den Highway 70. Weiter in östlicher Richtung erreichten  wir ca. 50 Meilen später Moab. Der Ort ist idealer Ausgangspunkt für Besuche des Arches Nationalpark, Canyonlands Nationalpark, The Needles und des Dead Horse Point State Park.

 

Arches National Park - Teil 1

 

Wir erreichten Moab bereits am frühen Nachmittag, so dass uns noch Zeit für einen ersten Besuch des Arches NP blieb.

 

 

Der Park besitzt unzählige natürliche Steinbögen - die größte Ansammlung dieser Art auf der Welt. Hoch über dem Colorado-River bildet der Park einen Teil der weitläufigen Canyonlands von Süd-Utah, die seit Millionen Jahren durch Erosion und Verwitterung enstehen. Die meisten Felsbildungen im Arches NP sind aus weichem, rotem Sandstein, der vor 150 Millionen Jahren in einer weiten Wüste abgelagert wurde. Als sich darunter Salz löste, brach der Sandstein ein und verwitterte zu einem Labyrinth schmaler, senkrechter Felsgrate. Teile dieser dünnen Mauern brachen schließlich durch Einwirkung von Wind, Wasser und extremen Temperaturen ein und neue Steinformationen enstanden. Überall erblickt man heute riesige Felsbögen, Türme, Zinnen und Kuppeln aus glattem Slickrock.


Im Visitor Center verschafften wir uns einen Überblick über den Park und seine Möglichkeiten ihn zu erkunden. Der Arches Scenic Drive führt von Visitor Center durch das Herz des Parks bis hoch zum Devils Garden. Nebenstrecken zweigen zur Windows Section und Wolf Ranch ab. Alle Spots sind vom Drive direkt oder über tolle Wanderungen zu erreichen.

 

Nach knapp 10 Meilen erreichten wir den Balanced Rock, der direkt an der Panorama Straße liegt. Über einen kurzen Weg lässt sich der Balanced Rock umrunden. Seine gewaltigen Ausmaße sind sehr beindruckend. Allein der obere Felsblock ist 17 Meter hoch und hat ein Gewicht von über 3500 Tonnen. Der insgesamt 39 Meter hohe Felsturm ist das Überbleibsel eines eingestürzten Felsbogens, eines sogenannten Arches.


 

Nach diesem ersten Highlight ging es weiter zur Windows Section. Der 4 km lange Abzweig führt vorbei am Garden of Eden und endet vor einer Felswand, die gleich von mehreren "Windows" durchbrochen ist. Auf einem kurzen Trail lassen sich North Window, South Window und Turret Arch erreichen.

 

 

 

Auch der Double Arch liegt nur wenige Meter vom Parkplatz entfernt. Je weiter man sich ihm nähert, desto beeindruckender erscheinen seine Ausmaße. So misst die kleinere der beiden Öffnungen des Double Arch schon unvermutete 26 x 19 m, die größere erreicht sogar 44 x 34 m.

 

Wir unternahmen noch einen weiteren Abstecher zum Upper und Lower Delicate Arch View Point. Beide Aussichtspunkte ließen sich auf kurzem Pfad erreichen und boten einen Fernblick auf den wohl spektakulärsten Arch im Park, den Delicate Arch. Auf jeden Fall sollte man sich aber die Wanderung zum Delicate Arch nicht entgehen lassen. Für heute aber wäre das zu viel gewesen.

Wieder zurück in Moab gingen wir am Abend in die Moab Brewery. Dort gibt es sehr leckeres Essen und einige selbstgebraute Biersorten. Der heftige Regen in der Nacht sowie die Vorhersagen des Wheather Channels ließen für morgen nichts Gutes erahnen.

 

 

Canyonlands National Park

17.09.07

Der nächste Morgen sah zunächst noch sehr triest und verregnet aus. Doch wir erhofften uns Besserung. Wir entschieden uns heute den Canyonlands Nationalpark zu erkunden.

Im Canyonlands NP fließen der Colorado River und der Green River zusammen. Die Flüsse haben tiefe Schluchten hinterlassen. Überall kann man die Wirkung des Wassers betrachten: verästelte Canyons, senkrechte Wände und Säulen aus Sandstein. Der Nationalpark ist durch den Verlauf der Flüsse in drei Bezirke aufgeteilt. Der Island in the Sky District im Norden, im Süden The Needles und im Westen The Maze. Letzterer ist sehr abgeschieden und lässt sich nur auf Schotterpisten mit Jeeps erkunden.

The Needles ist in ca. 80 Meilen von Moab zu erreichen und hätte einen weiteren Tag in Anspruch genommen, den wir leider nicht hatten. Auf Grund der Nähe zu Moab und der relativ kurzen Anfahrt (30 Meilen) besuchten wir den Island in the Sky District:

 

 

Bald nach der Einfahrt in den Park hielten wir am Shafer Canyon Overlook, wo sich uns ein erster Blick in die Tiefe des Canyons bot. Von hier aus hat man außerdem einen schönen Blick auf den Shafer Trail und wie er sich in den Shafer Canyon hinabwindet. Anschließend überquerten wir The Neck, eine natürliche Felsbrücke nicht viel breiter als die Straße selbst.

 

Die Weiterfahrt führte uns vorbei am Mesa Arch.

 

Ein kurzes Stück weiter bogen wir die Straße zum Upheavel Dom ein und folgten zunächst der Abzweigung zum Green River Overlook, einem der schönsten Aussichtspunkte des Parks. Vor einem dehnt sich eine weite Canyonlandschaft aus. Unten der ruhig durch den Stillwater Canyon fließende Green River, dahinter The Maze und am fernen Horizont die Henry Mountains.

 

 

Die Straße zum Upheavel Dome endet an einem Picknickplatz. Von hier aus führte uns ein Weg zu einem sehr außergewöhnlichen Krater, der kilometerbreit hinabfällt. Ein Felsturm ragt in der Mitte des Kraters auf. Einige Geologen vermuten hier einen Meteoriten-Einschlag. Allerdings gibt es noch weitere Erklärungen zur Entstehung.

 

Beeindruckt ging es weiter. Wir stoppten kurz am Buck Canyon Overlook, bevor wir am Grand View Point Overlook ankamen. Der Grand View Point ist wohl der spektakulärste Aussichtspunkt im Park. Eine großartige Landschaft lag uns hier zu Füßen. Der von Canyons zerkluftete White Rim, die beiden mächtigen Flüsse Colorado und Green River und dahinter The Maze District.

 

 

 

Dead Horse Point State Park

Schwer beindruckt über die gewaltige Landschaft ging es wieder zurück, um den Dead Horse Point State Park zu besuchen. Und natürlich waren wir auch sehr erfreut über das tolle Wetter, hatten wir uns doch heute morgen auf den ersten Regentag unseres Urlaubs eingestellt.

Der Weg zum Dead Horse Point State Park zweigt einige Kilometer nach verlassen des Canyonlands NP nach rechts ab. Für die Einfahrt in den Park muss man eine Gebühr in Höhe von 7 US$ entrichten. Wie der Name schon sagt handelt es sich hier um einen State Park. Hier kassiert folglich der Staat Utah, der National Park Pass hat keine Gültigkeit. Es sei aber gesagt, dass die 7US$ Eintritt jeden Penny wert sind. Es erwartet einen ein großartiges Panorama.

Der Name rührt daher, dass der Dead Horse Point zur Jahrtausendwende als natürliche Pferdekoppel mit an allen Seiten steil abfallenden Wänden verwendet wurde. Pferde die nicht zur Zucht geeignet waren, blieben zurück und verdursteten, während 600 Meter unten ihnen der Colorado River vorbei floss.

Es führt die Straße bis an das südliche Ende des Hochplateaus, dem Dead Horse Point Overlook. Von hier hat man einen besonderen Ausblick aus 1.700 Metern Höhe auf den über 600 Meter tiefer fließenden Colorado River, der an dieser Stelle eine 180°-Kehre macht.

Und damit war schon wieder ein erlebnisreicher Tag fast vorbei. Den passenden Ausklang des Tages fanden wir erneut in der Moab Brewery mit leckerem Essen und ein paar Bierchen.

 

 

Arches National Park - Teil 2

18.09.07

Für den heutigen Tag hatten wir uns viel vorgenommen. Wetter und Stimmung waren perfekt für einen weiteren erlebnisreichen Tag im Arches National Park. Heute sollten mal wieder die Wanderschuhe zum Einsatz kommen. Mit ausreichend Proviant, vor Allem genügend Wasser im Rucksack, ging es bereits am frühen Morgen los. Wir ließen das Visitor Center des Arches Park hinter uns und passierten Fiery Furnace in Richtung Devils Garden. Die Park Avenue endet am Parkplatz des Devils Garden Trailhead. Es empfiehlt sich früh dort zu sein. Die Parkplätze sind hier sehr schnell belegt.

 

Von den rund 60 Arches der Devils Garden Area sind neun Arches über den Devils Garden Trail zu erreichen, darunter auch der berühmte und faszinierende Landscape Arch. Der Trail führte uns ferner furch "The Fins", riesige Felstürme die wie Fischflossen aus der Erde ragen.


Der Trail began sehr moderat und wir passierten über einen kurzen aber lohnenswerten Abstecher den Tunnel Arch und Pine Tree Arch.

 

Ca. 1 Meile weiter und bereits einige Wasserreserven leichter erreichten wir den Landscape Arch. Über eine Länge von fast 100 Metern spannt sich ein nur 2 Meter dicker Felsbogen. Nachdem 1991 ein großer Felsbrocken aus dem Arch herausbrach ist der Weg unter dem Arch hindurch gesperrt. Doch auch aus der Ferne ist er ein Erlebnis.

 

 

 

Wenige hundert Meter nach dem Landscape Arch wurde der Trail zu einem schwierigen Geländepfad, hin und wieder mit kleinen Klettereinlagen gespickt. Schon bald kamen wir am Wall Arch vorbei und gingen dann über einen Seitenweg zum Navajo- und Partition Arch.

 

 

 

 

 

Vor allem der Partition-Arch hat uns besonders gut gefallen. Hat man doch durch seinen Bogen hindurch einen wunderschönen Blick über den Devils Garden.


 

Auch wenn der weitere Trail zum Double O Arch immer etwas steiler und mühsamer wurde, hat sich er dennoch gelohnt. Wie der Name schon vermuten lässt, besteht der Double O Arch aus zwei Felsbögen, wobei ein großer Bogen über einem sehr kleinen entstanden ist.


 

Bis zum Double O Arch waren es vom Parkplatz 2.1 mi/3.4 km oneway. Entweder geht man von hier den gleichen Weg zurück. Wer aber noch genügend Ausdauer und vor allem Wasser bei sich hat, sollte unbedingt den Primitive Loop weiter laufen. Bis zum Landscape Arch nochmal 3.5 km und dann weitere 2.6 km zurück zum Parkplatz. Macht in der Summe zwar fast 10 km, bietet dafür aber auch grandiose Arches und traumhafte Landschaften. Unbedingt zu empfehlen!


Wir gingen also den Primitive Trail weiter. Dieser führte uns vorbei am Private Arch und durch die zuvor beschriebenen "Fins" hindurch. Der Trail war schon ein kleines Abenteuer. Es ging durch Schluchten, zwischen gewaltigen Felswänden durch, wir kletterten Slickrock hoch und rutschten ihn auf der anderen Seite wieder runter.


 

Etwas erschöpft kehrten wir wieder zum Parkplatz zurück. Aber für Müdigkeit war jetzt keine Zeit. Schließlich stand noch der Delicate Arch auf dem heutigen Programm.


Hoch motiviert starteten wir den 3.0 mi/4.8 km (hin und zurück) langen Trail zum Delicate Arch. Für den Aufstieg waren "nur" 146 Höhenmeter zu überwinden. Der Weg führte jedoch überwiegend über glatten Felsen und bot keinen Schatten. Aber der überwältigende Anblick des Delicate Arches hinter der letzten Kurve ließ alle Mühen des Anstiegs schnell vergessen.


 

Glücklich und zufrieden marschierten wir nach ausgiebigem Verweilen den Trail wieder runter. Auf der Rückfahrt machten wir noch ein paar nette Bilder in der Abenddämmerung der Courthouse Towers.


 

Mit einem leckern Dinner, diesmal bei Eddie McStiff´s, ließen wir einen wunderschönen Tag ausklingen.

 

Am nächsten Morgen ging es dann weiter zum Monument Valley ...